Kassai - Reiterbogenschule Österreich
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Schüler-Trainingscamp in Ungarn

30.03.2009 bis 04.04.2009
Tagebuch von Karin Pölzler

29.03.2009 - Tag 0

Liebes Tagebuch!
Anreisetag! Gut gelaunt ging es gegen Mittag für Lisa, Gudrun und mich von Wien aus los. Nach einer verkehrsarmen Fahrt bei Regen kommen wir trotz fieser Schlaglöcher beim Bahnhof in Kaposvar an. Hier wollten wir Vera, die aus Berlin anreiste, abholen. Da wir zu früh da waren, begaben wir uns auf die Suche nach einem Café und fanden eines nach einer halben Stunde direkt vor dem Bahnhof..... ;-) Dort stärkten wir uns mit einem heißen weißen "Schokopudding".... danach war uns übel.

Vera am Bahnhof aufzufinden war dann auch nicht so leicht - die ist jetzt nämlich blond! Nach einem weiteren kurzen Zwischenstop beim Tesco, rumpelten wir ins Tal. Mit einem perfekten "vonal" meldeten wir uns bei Lajos an. Der Empfang war recht freundlich. Was uns besonders freute war der volle Kühlschrank und die Naschereien, die wir vorfanden. Conny, die vierte im Bunde aus Österreich traf schließlich auch ein und wir lernten Allen, den Amerikaner, kennen. Wir machten es uns vorm Gästehaus gemütlich und schlossen bei Bier und Schnaps Freundschaft.

30.03.2009 - Tag 1

Liebes Tagebuch!
Das Leben ist kein Ponyhof - echt nicht! Lajos sagte heute abend am Lagerfeuer: Unseren Sport auszuüben bedeutet, immer wieder am Rande der "Lebensgefahr" zu sein und Limits zu überschreiten. Recht hat er! Aber ich beginne mal von vorne.

Der Tag begann mit dem Bau der Barrikaden, damit die jungen Büffel von einer Box in die andere getrieben werden können. Das macht Lajos Gott sei Dank selber! Ach ja! Der "Greece-guy" kam auch an - Vasiliki - und war ´ne Frau. Da schauten wir aber. Das Training begann in der Halle mit Aufwärmübungen und Trommeltraining. Letzteres bedeutet: Zum Trommelrhythmus auf einer Länge von ungefähr 40 m den Bewegungsablauf der einzelnen Schußtechniken zu üben. Also seitwärts, vorwärts, rückwärts, aus der Hocke und in der tiefen Reiterposition. Zuerst langsam, dann schnell.

Weiter ging es mit dem 3-Phasen-schießen. D.h. heben-ziehen-lösen im ruhigen Tempo. Hier geht es um die richtige Technik.

Es folgte der Bogentanz. Die Schwierigkeit hier ist das blinde Nocken in der Bewegung und das lösen des Pfeiles im Sprung nach vor im Rhythmus. Den Abschluß des vormittäglichen Bogentrainings bildete die Übung "laufen und schießen". Jeder hält dabei so viele Pfeile wie er kann, läuft los wenn er dran ist, schießt im Laufen nach vorne (50-15 m) läuft einen Bogen und schießt rückwärts. Klappte ganz gut und machte allen Spaß.

Nach ner halben Stunde Pause holten wir die Pferde - und ab ging es ins Gelände. Reitenderweise großteils, ohne Sattel. Abhänge rauf und runter, kreuz und quer durch den meterhohen Schilf (wichtig: jeder für sich) und dann lernten wir über Wassergräben zu springen. Guat is gaungan, nix is gschen! Juchuuuu…

Nur, mit mir auch noch über einen Baumstamm springen, fand mein Pferd nicht mehr lustig. Buda war danach kurz beleidigt. Dann kam der weniger lustige Teil.

Einen Hügel rauf laufen, mit dem Pferd an der Hand - japs, hechel..., aufsitzen und eine elends lange Strecke traben. Dabei hatte ich leider zu kämpfen - a) mit Seitenstechen und b) Balance! Buda legte auf einem rutschigen Boden einem ziemlich schnellen Trab hin, da er etwas brauchte, um über eine weiße Leitung quer über den Weg zu steigen. Somit war der Abstand zwischen Lajos und Lisa und mir (als 3. in der Abteilung) bald sehr groß. Doch Gott sei Dank hat er von all dem nichts mitbekommen. Er drehte sich in dem Moment um, als ich endlich aufgeholt und mein Gleichgewicht wieder hatte! ;-)

Danach gings ans Pferde Abhänge rauf und runter schicken, selbst hinter her, Pferde einfangen, Pferde anbinden, selber durch ´ne Schlucht klettern, zurück und wieder Abhänge rauf und runter. War ich vielleicht froh, als das Tal wieder auftauchte!

Den anderen Mädels hat es definitiv mehr Spaß gemacht. Mir waren es zu viele Limits auf einmal, ich war einfach nur fertig und wollte nach Hause! Als wir zurück kamen, war es so gegen halb drei und das Mittagessen wartete schon; Lajos aß mit uns.

Pause hatten wir bis 17 Uhr. Da war dann wieder Bogen schießen in der Halle angesagt. Wieder 3-Phasen, doch diesmal korrigierte Lajos und jeder übte einmal vorm Spiegel. Den Abschluß des Tages bildeten wieder die Pferde und das Training für die 2. Anfängerprüfung. Naja! Lisa machte ihre Sache super auf Kaba. Gudrun verabschiedete sich beim nach hinten legen 2x von ihrem - ansonsten ging es ihr auch sehr gut. Conny und ich hatten beim Zirkelreiten so unsere Probleme, und ich noch zusätzlich damit, Csörsz in den Galopp zu bekommen. 2.Prüfung ade!

So, jetzt muß ich Schluß machen. Schlafenszeit! Und Vasiliki beschwert sich schon, weil die Mädels so laut lachen...

31.03.2009 - Tag 2

Liebes Tagebuch!
Um es gleich kurz zu machen: Zehn kleine Bogenschützen gingen ins Gelände.... oder mit den Worten von Wolf Haas: Jetzt ist schon wieder was passiert!

Ok, wir waren nur zu sechst, da Vasiliki ab heute Extraunterricht bekommt (da sie ohne Sattel nicht reiten kann, bekam sie von Lajos´ Bereiter Longestunden mit Sattel).

Also gingen wir eben nur zu sechst, mit den Pferden an der Hand, ins Gelände. Es ging darum, eine Beziehung aufzubauen. Also Schritt-Stop-rückwärts-Schritt-Trab etc. aber dann: stell dir vor, wir mußten die Pferde echt fast 80° steile Wände 6, 7 m hoch und runter schicken und gleich schnell neben her. Das ging so lange gut, bis Allen beim Runterklettern sich den linken Knöchel in einem Erdloch verdrehte. Den Rest des Ausflugs ritt er. Danach verlegte sich Lajos auf Wassergräben. Lustig wurde es, als wir die Pferde nicht nur schicken sollten, sondern mitspringen mußten. Jeder von uns landete mindestens 1x im Wasser. Mir blieb auch ein Schuh fast im Schlamm stecken. Mit den Zehen konnte ich ihn gerade noch raus angeln und auf die Wiese hoch kicken. Dieses Paar kann ich für den Rest der Woche vergessen. Doch im Gegensatz zu den Anderen habe ich ein Reservepaar dabei! : Ich weiß nicht, ob unsere kläglichen springversuche Lajos dazu veranlaßten, sich mit uns wieder Richtung Tal zu bewegen. Jedenfalls waren wir kurz nach Mittag zurück und bekamen ein leckeres Mittagessen.

Nicht unerwähnt möchte ich auch lassen, daß wir vor unserem Trip Training im Katlan hatten. (100 m lange, überdachte Wettkampfbahn mit Zielscheiben alle 10 m, mit Sandsäcken, die hydraulisch von der Decke abgesenkt werden können und mit neun 60 cm - Hindernisstonnen zum Springen im Zwischenbereich)

Die Aufgabe war, die Bahn entlang laufen und seitwärts zu schießen, dann vorwärts und auch rückwärts. Heftig wurde es, als wir über die Tonnen springen und schießen sollten. Lajos lief natürlich jede Runde mit und zeigte uns, wie es ausschauen sollte. Der Mann hat eine Kondition - beneidenswert.

Dank Vasiliki hatten wir verlängerte Pausen und eigentlich einen ziemlichen Spaß dabei. Auch Lajos.

Heute war unsere Mittagspause recht lange und wir nützten die Zeit, um zum Shop zu fahren. Brav lieferten wir das Geld für das Camp bei Kristina, Lajos´ Sekretärin ab. Auch beim Tesco schauten wir wieder vorbei und holten Nachschub - Bier und Bananen. Um 17 Uhr begann das Programm wieder - welch Überraschung - mit 3-Phasen-schießen. Jeder einzelne von uns wurde wieder genau unter die Lupe genommen, wurde korrigiert und bekam Tips. Beim anschließenden Schnellschießen wurde mitgestoppt. Conny und ich blieben unter 5 sec., damit war Lajos sehr zufrieden. Bei mir war er fast begeistert, weil ich zusätzlich ein sehr gutes Trefferbild hatte. Wir schossen nämlich auf 30-cm-Scheiben aus 15 m Entfernung. Gudrun hatte ihre üblichen Probleme, Lisa war mit ihrer Leistung zufrieden. Gut gelaunt holten wir danach die Pferde. Begonnen wurde mit Horsemanship, es folgte das Training fürs 2.Examen und den Abschluß bildete das Reiten auf einem großen Zirkel in Schritt und Trab. Dabei schossen wir auf eine 90-cm-Scheibe.

Von Lajos ernteten wir danach ein überschwengliches "very good". Langsam wird er uns unheimlich.

Zum Abschied möchte ich dir noch von Allen berichten. Nach längerem hin und her war er schließlich bereit, sich ins Krankenhaus bringen zu lassen - und gut wars.

Den zurück kam er mit einem Gipsbein. Wadenbein gebrochen, Sehne gerissen. Auf den Armen wartet jetzt eine Op, die er jedoch in den Staaten machen läßt. Für den Rest der Woche möchte er jedoch bleiben. Da er nicht mehr gehen kann/soll, trägt ihn Lajos huckepack! Ich hoffe, ich bekomm das noch auf Bild gebannt! : Wir haben eh schon gemeint, ob er nicht die 2. Prüfung auf Lajos machen möchte.... ;-)

01.04.2009 - Tag 3

Liebes Tagebuch!
Die Stimmung im Camp ist super, aber hoch kommen wir in der Früh nur mehr unter Schmerzen. Lajos ist ganz nachsichtig und schmunzelt über unser Gestöhne und Geächze . Selbst während der Aufwärmübungen. Er begann selber sogar damit, Scherze zu machen. Z.B. verglich er Allen, der von der Galerie aus zusah, mit einem Alten von der Muppetshow. Wir lachten uns kugelig, auch Allen.

Auf allgemeinen Wunsch übten wir heute vormittag Lanzen werfen. Und überraschenderweise wurde es recht schnell recht anstrengend. Ehe wir es uns versahen, waren wir nur mehr am Laufen. Erst Lanzen werfend, dann Tennisbälle werfend (mit rechter und linker Hand), dann faustgroße Steine werfend (ehrlich!) und zum Schluß wieder Lanzen.

Zwischendurch kamen dann plötzlich Kommandos wie "All balls on Josef", als dieser gerade vorbei ging und Sättel holte, oder "all on Allen". Das kam, als wir gerade mit Steinen schmissen. Lajos hatte sich Tennisbälle eingesteckt, die er plötzlich auf ihn abfeuerte. Du siehst, wir waren eine lockere Partie. Vielleicht wird's noch was mit dem Ponyhof.

Anschließend holten wir uns Pferde, wärmten sie in der Halle auf und wechselten in den Katlan. Zum locker werden galoppierten wir zwei Längen und trabten jeweils zurück, dabei die Sandsäcke boxend oder unter ihnen schnell weg duckend ;-)!


Es folgte ein Galopp mit Bogen gezogen halten, aufs Ziel fixiert. Dann ging es ans Schießen. Insgesamt machten wir ungefähr zehn Galopps. Ich denke, wir waren nicht allzu schlecht. Lajos sagte nichts, ließ uns die letzten vier Runden alleine. Da trug er Allen zurück ins Gästehaus.

Der Rest des Tages verlief sehr nett, und vor allem gut gelaunt. Nur soviel, Lajos wurde zu unserem Yoda und der Bogentanz zu Kassai-Rave ;-) Weitschießen war heute auch dran. 3x20m, 3x30m, 3x40m je 12 Pfeile auf 60-cm-Scheiben. Was die Trefferquote angeht wollen wir lieber nicht ins Detail gehen. Wir sind ausbaufähig.

Nach ner 20 minütigen Pause holten wir die Pferde und wiederholten das vormittägliche Katlantraining. Was nach dem Training folgte willst du vielleicht gar nicht so genau wissen. Nur soviel: nach dem Abendessen floß nicht nur Bier sondern auch Schnaps. Lajos erzählte Geschichten, Lisa riß Witze und Vera ergänzte den Rest.... Na gut, mal schaun was der morgige Tag bringt.

02.04.2009 - Tag 4

Liebes Tagebuch!
Was für ein herlicher Tag. Die Sonne scheint, die Vogerl zwitschern und es hat angenehme 20°C.

Und dann stell dir dieses Bild vor, liebes Tagebuch: Aufwärmtraining; Lajos und sechs Frauen; und plötzlich läuft er mittendrin weg, deutet uns wir sollen weiter machen. Wir machen also weiter, ratlose Gesichter, und auf einmal erschallt - ABBA!!!!!! Volle Lautstärke! Lajos kommt, tja, wie soll ichs nennen, im Takt zurück gelaufen und wir waren nur mehr damit beschäftigt, unseren Lachkrampf in den Griff zu bekommen. Die Übung "twisted hips" ist etwas ausgeartet, wie du dir vorstellen kannst. Und auch das 3-Phasen-schießen verlief nicht mit der üblichen Konzentration. Anschließend bauten wir ein Zirkeltraining auf. Es gab 5 Stationen. Kreuze zum Steigen, Bälle zum Drübertanzen, großer Ball zum Liegendschießen, Wurfscheiben und die große Kugel (schwingt über die gesamte Breitseite der Halle). Das machten wir eine halbe Stunde lang allein und war dementsprechend eher locker.

Das darauf folgende Pferdetraining hatte es jedoch wieder in sich. Da verging uns das Lachen zeitweise wieder. Da hieß es nämlich mit dem Pferd an der Hand laufen und über die Tonnen zu springen. Ohne Schrittpause. Also: Auf 100m über die neun Hindernisse, zurücklaufen, wieder über die Hindernisse, zurücklaufen etc. Nur Vasiliki hatte die Lizenz zum Stehen. Conny bekam dafür ´nen Anschiß, obwohl die echt nicht mehr konnte. (Raucherin....) So, und dann! Dann gings zum Militaryparcour. Drei Runden im Galopp auf linker und rechter Hand, dann Hügel runter und rauf, durch Wasserstellen, wieder rauf und runter, und plötzlich standen wir vor dem Tonnenhinderniss im "vonal". Lajos hatte schon im Katlan gezeigt, wie es geht (sprang freihändig über alle Hindernisse) und sprang auch hier vor. Auf ihn und die Pferde vertrauend fassten wir uns ein Herz und machten es ihm nach. Keve, mein Pferd, sprang eigentlich von sich aus und so konnte ich mich voll aufs Sitzen konzentrieren. Wow... schon ein geiles Gefühl so ohne Sattel.

Zuerst blieb es bei simplen Sprüngen über die Tonne, danach begannen die Kombinationen mit den Geländehindernissen. Lajos ritt die jeweilige Runde vor, und wer sich traute, machte nach. Das wichtigste vorweg - alle blieben oben.

Keve tat mir teilweise schon sehr leid, da ich ihm ein paarmal schlimm in den Rücken gefallen bin.

Ich sprach Lajos darauf an, ob diese Übung mit Sättel nicht besser wäre, was er mir sofort bestätigte. Doch um ein Gespür für den Bewegungsablauf beim Pferd und die eigene Balance zu bekommen, sei es notwendig, ohne zu reiten. Was ich ihm bestätigen konnte, den diesbezüglich habe ich in den letzten Tagen ziemliche Fortschritte gemacht. Er beruhigte mich dann noch damit, daß die Pferde nach dem Camp von Josef und ihm wieder korrigiert werden.

Abgesehen davon saßen Lisa, Gudrun und Vera super auf ihren Pferden. Conny ließ die Sprünge zur Gänze aus. Fazit: Es machte uns allen riesigen Spaß.

Nachmittags begann das Training diesmal um 16 Uhr. 40-m-Weitschießen! Und wieder einmal, ich sags jetzt direkt, waren wir ziemlich schlecht. Lajos sah uns 2, 3 Durchgänge zu und stoppte die Übung - hmmm... Wie auch immer. Jedenfalls hieß es plötzlich: Pferde holen, wir gehen auf die Bahn! Köcher und Bögen landeten im Pickup - auch Allen. Während die Jungs vor fuhren, wählten wir unsere Pferde und ab ging es auf die Bahn - Juhuuu! Angesagt waren 1xSchritt, 1xTrab, 1xGalopp mit gezogenen Bogen, einige Galopps mit 3 Pfeilen und einige mit sovielen man möchte.

Gudrun war super drauf, saß gut (Lajos wies Allen darauf hin, wie ich hörte) schoß gut und schön. Lisa und Vera fanden auch schnell ihren Rhythmus und waren sehr gut. Conny war mit ihrer Leistung nicht so zufrieden und ich war schlichtweg eine Katastrophe. Super Pferd, Keve wieder, aber mit einem offenen Hintern, ich muß es jetzt einmal festhalten, reitet es sich nicht gerade entspannt....

Nach dem Training ließen wir die Pferde bei der Bahn aus und fuhren mit dem Pickup zurück. Kurz haben Vera und Lisa überlegt, ob sie ihre BHs schwingen sollen ..;-) Und überhaupt: die kommenden Stunden waren die Beiden nicht mehr zum Stoppen. Es gab Momente am Lagerfeuer (wir grillten Würstchen und Kotletts), da machte Kristina nur mehr große Augen und der Mund blieb ihr offen. Den der Schmäh der da lief, und bei dem Lajos mit machte, war so schräg, daß hat das Tal noch nicht gehört, geschweige den Kristi.

03.04.2009 - Tag 5

Liebes Tagebuch!
Lajos hat uns heute vormittag wieder über die Tonnen gescheucht. Davor gab es "laufen und schießen" in der Halle (ich weiß nicht wie dieser Mann es schafft, im Laufrhythmus seine zwölf Pfeile so flüssig raus zu bringen und zu treffen...), 3-Phasen-schießen und unser mittlerweile beliebtes Aufwärmtraining. Heute zu Vivaldi.

Ach ja, den Trommelgong machten wir auch. Dabei legte er sehr viel Wert auf das richtige drehen. Zur Belohnung ging es wieder auf die Bahn. Und stell dir vor, so wirklich Fortschritte machen wir gerade nicht (naja, ich zu mindest; Stichwort: Hintern) Aber schön wars! Lajos ritt auf Barcs diesmal auch und toll wars, ihn in Aktion zu sehen. Man lernt ja auch vom zu schauen.

Aber abgesehen von unseren Leistungen waren wir "Ladies" voll begeistert und Vera fand es überhaupt nur mehr geil. Außerdem hat sie ihm eine Gleichgewichtsübung gezeigt, die, sobald er sie kann, sicher einbauen wird.

Da der Freitag der Anreisetag für die Prüflinge des offenen Tages war, wurden wir am Nachmittag uns selbst überlassen. Unsere Mission lautete lediglich Bogenball spielen und den Feldparcour bewältigen. Allen platzierten wir mit seinem heißen gelben Stuhl auf einer Seite der Arena. Er war für das jeweilige Team der Joker. Wie immer hatten wir eine Menge Spaß und Vera holte sich den ersten Sonnenbrand des Jahres.

Den Feldparcour absolvierten wir der Form halber. Und eigenartig: Als nun schon langsam die ersten Leute eintrafen, verflog für uns total, nicht die Stimmung, aber das gewisse Etwas. Das Tal verlor ein bißchen seinen Reiz, da es uns nicht mehr allein gehörte. Vor allem stieg die Spannung sofort an.

Bei den Griechen gab es einen Wechsel, Vasiliki fuhr ab und die nächsten zwei kamen. Und lustig, wieder war einer der angekündigten Männer eine Frau. Immer diese Griechen mit ihren undeutbaren Namen... ;-)

Den Großteil des Abends sahen wir den anderen Schülern beim Üben für die 1. Anfängerprüfung zu. Das ging ja noch. Doch danach waren auch wir dran - mit dem Vorreiten für die 2.Prüfung. Ich landete ungeplant auf Kartal. Er tat meinem Hintern zwar nicht sonderlich gut, war aber ansonsten super fein! Conny ergatterte sich ihren Bese, Gudrun erwischte Keve und stöhnte danach (er hat eben die Ruhe weg). Wen Lisa hatte weiß ich nicht mehr.

Auf jeden Fall war Lajos mit unseren Leistungen zufrieden. Schlußendlich ging es noch um die 3.Prüfung. Lisa meldete sich dafür, nach dem Motto: Hopp oder trop! Ich sprintete schnell los und holte Pfeil und Bogen. Ich erwischte zwar den von Gudrun, der noch dazu stärker ist, aber eine Lisa wirft so schnell nichts aus der Bahn (hehe, wie passend ;-)) Unnötig zu erwähnen, daß sie sehr schöne Galopps zeigte und ihren Bogen recht ruhig hielt.

04.04.2009 - Tag 6

Liebes Tagebuch!
Heute ist der große Tag, der Tag der Tage, der Offene Tag, der Examenstag! Wir "hassten" es. Den das hieß für uns, den ganzen Tag mit dieser großen Anspannung in uns herum zu laufen. Wir hatten nicht nur Bammel vor der Prüfung, sondern auch Angst, daß wir beim Showtraining seiner Leute mitmachen müssen (die spielen echt in einer anderen Liga). Erst nach der morgendlichen Arbeit holte Katalin, eine Schülerin von Lajos, Erkundigungen für uns ein und gab Entwarnung. Wir bekamen die Lizenz zum zuschauen. Gott sei Dank! Eine Sorge weniger.

Das Showtraining war dann auch sehr gut. Lisa und ich kannten die Übungen vom Februar noch. Echt toll, was die Jungs und Esther leisten. Lajos bot auch sein bewährtes Programm und versemmelte nur einen Pfeil bei den ganz kleinen Wurfscheiben. Allen war sprachlos und begeistert und die junge Griechin wurde immer stiller.

Einer der Höhepunkte des Tages für uns war, als wir unser geliebtes Hunnenmobil in der Ferne heranschaukeln sahen. Gleich sprinteten wir los (jaja - so fit sind wir mittlerweile). Es war so schön, die vertrauten Gesichter wieder zu sehen, den Johannes hatte nicht nur Kerstin und Felix dabei, sondern auch Leo und Laurenz. Das war vielleicht ein großes hallo! Gegen 15 Uhr ging es mit den Prüfungen los. Zur ersten traten fast 30 Leute an. Wer einen Fehler machte, mußte auf die Seite gehen. Den Törzsfös (Schulleitern), die die Prüfung beobachteten, entging nichts.

Weiter ging es mit der Schnellschießprüfung fürs 3.Examen. Leider war ich zu der Zeit mit Pferde holen. Somit habe ich Lisa nicht gesehen: Aber sie hat es geschafft und blieb unter den 6 Sekunden. Juchuuu!!

Für die 2.Prüfung wurden gab es 2 Gruppen. Wir waren in der 2. Irgendwie landete ich auf Keszi (Lajos Showpferd). Lisa ritt Kaba, Conny Bese und Gudrun diesmal Barcs. Hoch konzentriert ritten wir los, meisterten Slalom und Zirkel im Trab ohne viel korrigiert zu werden. Beim Ballspielen bildeten Lisa und ich ein Duo, sowie Gudrun und Conny. Auch diese Aufgabe bewältigten wir, wie ich denke, sehr gut. Kommunikation ist alles! Galopp gab es nur einen, außer man brachte sein Pferd nicht am richtigen Fleck korrekt zum Stehen. Dann hieß es "loról" und Lajos kam, reichte jedem die Hand, Küßchen links und rechts und gratulierte.

Danach fielen wir uns alle in die Arme und freuten uns so richtig. Es ist mir auch ein Bedürfnis hinzuzufügen, daß kein anderer Törzsfö seinen Leuten so um den Hals fiel wie Johannes. Tja, wir sind halt eine Familie...

Aber noch war es nicht vorbei. Lisa mußte noch ihre 3.Prüfung beenden. Wobei, daß war eh nur pro forma. Das sie daß schafft, war klar. Sie zeigte also einen schönen Galopp, hielt den Bogen ziemlich ruhig und damit hatte es sich. Wir freuten uns riesig mit ihr. Schließlich löste sich der Tag in einem Durcheinander auf. Es hieß packen, Leo das Tal zeigen, anderen zu gratulieren und sich rundherum zu verabschieden (Laurenz blieb fürs 2.Camp vor Ort). Vera zurück zu lassen fiel besonders schwer. Lisa und ich hoffen, daß sie uns bald besuchen kommt.

Den obligatorischen Abschluß bildete die Einkehr im Restaurant Loki. Bei einem guten Essen ließen wir den Tag, die Woche Revue passieren und ausklingen.

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